Markierungs- und Pilgerführerkontrolle 2021

05.07.2021: 1. Tag Bad Ems - Lahnstein (6. Etappe, 20 km)

Nachdem in letzter Zeit Meldungen über unzureichende Markierungen auf dem Lahn-Camino auftauchten, entschied ich mich, die Kontrolltour auf dem Linksrheinischen Jakobsweg zu unterbrechen und zunächst den Lahn-Camino auf richtige und ausreichende Markierungen zu überprüfen. Eigentlich wollte ich am Startort des Lahn-Camino in Wetzlar beginnen und die beiden ersten Etappen mit dem Fahrrad bewältigen. Die Wettervorhersage machte mir jedoch einen Strich durch die Rechnung - bei stundenlangem Regen hatte ich dazu nicht die notwendige Motivation. Also holte ich kurzfristig Plan B aus der Schublade und entschied mich für die 6. Etappe von Bad Ems nach Lahnstein.

Gegen 9:30 Uhr traf ich am Bad Emser Hauptbahnhof ein und holte mir in der nahegelegenen Tourist-Info den ersten Stempel für heute ab. Die Kurstadt ist mir sehr vertraut, da ich hier aufgewachsen bin. Ich folgte dem markierten Weg durch die Römerstraße - durch den Kurpark durften wir damals nicht markieren - und bog am alten Rathaus in Richtung St. Martin-Kirche ab. Auch diese kenne ich in- und auswendig: in der Pfarrei war ich viele Jahre Ministrant, habe hier geheiratet und mein Sohn wurde dort getauft. Im Pfarrbüro erhielt ich den nächsten Pilgerstempel, bevor ich mich in der Bäckerei in einem Supermarkt mit Mittagsverpflegung eindeckte. Danach ging es wieder zurück auf die Strecke, die mich entlang der Emser Therme und danach einem „dunklen Tunnel“ aus einem neuen Parkhaus und einem noch im Bau befindlichen Hotel führte. Es ging weiter oberhalb der Lahn, wo ich das Goethe-Gymnasium passierte, an dem ich 1985 mein Abitur ablegte.

Inzwischen hatte ich an einigen Stellen Muschelaufkleber angebracht, da einige Markierungen verschwunden waren bzw. Ergänzungen sinnvoll erschienen. Am Ende des Tages sollten es insgesamt 16 Aufkleber und 5 Aluschilder werden, die zukünftigen Pilgern das Auffinden des Caminos erleichtern sollen. Schließlich begleitete mich die Lahn bis zum Miellener Holzsteg über den Fluss ein paar Kilometer direkt neben mir. In Miellen machte ich eine erste Pause und musste feststellen, dass die Stempelstelle immer noch nicht an den Wanderrastplatz verlegt wurde. Es waren aber nur ein paar wenige Schritte bis zur Einfahrt der Feuerwache, wo sich eine Infotafel mit einem Holzkästchen befand, das den Stempel beinhaltete. Dieser ist inzwischen in die Jahre gekommen, denn der Griff löste sich sehr schnell vom Rest. Es reichte aber noch für den Abdruck im Pilgerpass. Direkt daneben fand ich einen Dorfautomaten vor, der neben Getränken auch kleine Snacks und Lebensmittel anbot.

Der leichte Abschnitt des heutigen Tages war nun vorbei. Nun ging es durch das wildromantische Schweizertal aufwärts in Richtung Frücht. Unterwegs passierte ich ein paar alte Mühlen, von denen zumeist nur noch eine Erinnerungstafel darauf hinwies. Mittendrin hatte sich anscheinend bei den letzten Unwettern ein wilder Kirschbaum quer über den Weg gelegt, aber ich konnte an einer Stelle leicht gebückt hindurchgehen. In Frücht selbst musste ich einige Markierungen komplett austauschen, da diese nicht mit der Beschreibung im Pilgerführer übereinstimmten. Leider war die evangelische Thomaskirche wohl wegen Corona immer noch nicht tagsüber geöffnet und somit gab es für meinen Pilgerausweis keinen weiteren Stempel.

Mittlerweile war es 13:30 Uhr und es begann leicht zu regnen. Ich hatte zum Glück meinen Trecking-Regenschirm dabei, der mich in den nächsten zwei Stunden vor der größten Nässe schützte. Es ging nun wieder abwärts in das Erzbachtal, das zu Friedrichssegen gehört. Hier kann man heute immer noch an verschiedenen Stellen Relikte aus der Hochzeit der Erzgewinnung entdecken. Der Regen ließ hier für ein paar Minuten nach und ich durfte wieder einige der gerade erst verlorenen Höhenmeter erklimmen. Hinter dem Wanderparkplatz Spießborn musste ich durch einen schmalen Wiesenpfad. Ich spürte schon sehr bald, dass meine Beinkleider das Wasser der gestreiften Grashalme mit Freude aufsaugten. So konnte ich nicht weitergehen. An der nächsten Bank entfernte ich die unteren Teile meiner Wanderhose und marschierte eben kurz weiter - es war nicht kalt. Bei dem Wetter traf ich unterwegs kaum Leute, zwei Spaziergängerinnen auf der Lahnsteiner Höhe und eine wandernde Familie, die mir entgegen kann. Als ich am Horizont die Kapelle und das ehemalige Kloster auf dem Allerheiligenberg erblickte, blinzelte die Sonne zwischen den Wolken hervor und vertrieb den letzten Niederschlag. Endlich konnte ich den Regenschirm einpacken. An einem Gartentor machte ich noch einmal Halt, denn auf einem kleinen überdachten Wagen wurden selbstgemachte Marmelade sowie Himbeeren und Johannisbeeren angeboten. Ich kaufte mir ein Schälchen Himbeeren und lief kauend weiter bis zur Josefs-Kapelle, die vielleicht bald auch einen Pilgerstempel beherbergen könnte.

Nun war es nicht mehr weit - noch bis zur Burg Lahneck und über ein paar Serpentinen und unzählige Treppenstufen abwärts nach Lahnstein. Zwischendurch warf ich einen Blick auf den Fahrplan der Bahn und musste feststellen dass ich gerade noch neuen Minuten Zeit hatte, um meinen Zug nach Koblenz zu bekommen. Alternativ hätte ich eine ganze Stunde Wartezeit, auf die ich eigentlich keine Lust hatte. Strammen Schrittes näherte ich mich dem Bahnhof, vertagte den letzten Pilgerstempel für heute und schaffte es tatsächlich, zwei Minuten vor Eintreffen des Zuges auf dem Bahnsteig zu stehen - inklusive Ticket. Fazit: ich musste mehr Markierungen anbringen, als ich vorher gerechnet hatte. Aber deswegen war ich ja heute auch unterwegs.

12.07.2021: 2. Tag Obernhof - Bad Ems (5. Etappe, 18 km)

Da sich die Wetterlage für heute kurzfristig zum Guten verändert hatte, starteten Hans und ich heute erstmals gemeinsam in diesem Jahr zu einer Kontrolltour. Im vergangenen Jahr hatten wir zusammen große Teile den Linksrheinischen Jakobsweg überprüft und mussten feststellen, dass wir ein richtig gutes Team waren. Meistens erkannten wir an bestimmten Stellen zugleich, ob eine zusätzliche Markierung für die Pilger Vorteile bringen würde. Jeder wusste, welche Handgriffe notwendig waren, um einen Markierungsaufkleber oder ein Aluschild zu befestigen und so schafften wir es, innerhalb kürzester Zeit mit geschultertem Rucksack mit den Markierungsmaterialien wieder auf dem Weg zu sein.

Für den heutigen Tag hatten wir uns die 5. Etappe des Lahn-Camino von Obernhof nach Bad Ems vorgenommen. Ursprünglich wollten wir das Auto in Bad Ems parken, damit wir ohne eventuelle Wartezeit auf einen Zug direkt den Heimweg antreten könnten. Aber irgendwie habe ich mich bei der Bahnauskunft vertan und stattdessen eine Busverbindung herausgesucht. Ergebnis davon war, dass wir doch nach Obernhof fuhren und das Auto kurz vor 8:00 Uhr dort in der Seelbacher Straße nahe des Bahnhofes abstellten. Dass sich diese Variante letztendlich als besser herausstellen sollte, zeigte sich im Verlauf des Tages.

Zunächst trafen wir die Betreiberin der Pension Haus Fumiko bei Gartenarbeiten an. Hier werden Pilger immer gerne aufgenommen und berichten nur Gutes. Das kurze Gespräch brachte mir schon den ersten Pilgerstempel für meinen Pilgerausweis. Dann ging es richtig los - zunächst an der Klostermühle und an der Ruine der Margarethenkirche vorbei und die Pater-Damian-Straße steil hoch zum Vorplatz des Kloster Arnstein, das heute das Heim für die Schwestern des Heiligen Orthodoxen Klosters Dionysios Trikkis & Stagon ist. Gemäß dem aufgestellten Hinweisschild ist der Klosterladen im Zeitraum von 10:00 - 16:30 Uhr geöffnet und es werden Erfrischungen und Kuchen angeboten. Das wollten wir uns für später aufheben, wenn es zeitlich passen würde. Der Weg vom Kloster in Richtung Nassau über rund 5 Kilometer verlief recht flott, wir waren in einem guten Tempo unterwegs. Mittlerweile hatten wir auch schon an ein paar wenigen Stellen zusätzliche Markierungszeichen angebracht, die zu einer besseren Orientierung der Jakobspilger dienen sollten.

Schließlich erreichten wir den Nassauer Stadtteil Scheuern und dort das Gelände der Stiftung Scheuern. Die Stiftung ist eine diakonische Einrichtung der Behindertenhilfe, die sich dafür einsetzt, dass Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Viele der Bewohner kenne ich persönlich durch ihre langjährigen Teilnahmen an Laufveranstaltungen in der Region. Mitten auf dem Gelände steht eine Verkaufshütte, an der seitlich ein Kasten befestigt ist, der einen Pilgerstempel enthält. Dem Hinweis, den Stempel von den Bewohnern in der Tagesförderstätte oder am Wochenende im zugehörigen Bistro Orgelpfeife zu empfangen, sollte man unbedingt nachkommen. Das wollte ich auch sehr gerne, aber aufgrund der aktuellen Situation bekam ich den Stempel ersatzweise von einer Mitarbeiterin. Auch sie hofft, dass diese Aufgabe bald wieder die Bewohner selbst ausgeführt werden kann.

Nach dem ersten relativ leichten Abschnitt folgte nun der beschwerliche Aufstieg in das kleine Dörfchen Misselberg und dahinter am Hof Mauch vorbei zum mit 365 m höchsten Punkt des heutigen Tages. An dieser Stelle steht seit langer Zeit ein blaues Schild, das auf den früheren Abstecher zur St. Kastor-Kirche nach Dausenau hinwies. Heute ist dieser Verlauf die offizielle Route des Lahn-Camino. Auf verschiedenen Website wird leider immer noch auf die frühere Strecke verwiesen, die noch als (wahrscheinlich nur noch spärlich markierte) Alternative in den aktuellen Pilgerführer aufgenommen wurde. In einer neuen Auflage wird diese Passage aber nicht mehr berücksichtigt werden.

In Dausenau machten wir an der Kastor-Kirche eine verdiente Rast und erfreuten uns über ein Stück Kuchen, das Hans für uns beide dabei hatte. Ich holte mir noch zwei Pilgerstempel: den „alten“ gibt es bei unserem Pilgerfreund Hans-Arthur Walter, der Pilgern auch gerne die Kirche zeigt. Der nach einem Diebstahl erneuerte Stempel befindet sich in einer Nische im Bereich des Chores der Kirche. Allmählich füllte sich mein Pilgerausweis. Nun trennten uns lediglich noch gut drei Kilometer bis zu unserem Tagesziel in Bad Ems. Zwei etwas steilere Anstiege hinter den Dausenauer Wochendhäusern sowie kurz vor dem Concordiaturm forderten uns noch einmal, danach ging es über felsiges Geläuf nur noch abwärts. Mehre Aussichtspunkte boten immer andere aufregende Blicke auf die Kurstadt Bad Ems. Auf dem letzten Stückchen schauten wir uns noch die Heinzelmannhöhlen an und erreichten schließlich durch den Treppenturm eines Parkhauses gegen 13 Uhr das Kurgebiet.

Als Lohn für das Tagwerk - es wurden insgesamt 19 Markierungen ersetzt, erneuert oder ergänzt – spendierten wie uns eine leckere Portion Eis. Bis zum Bahnhof waren es nur noch ein paar Schritte und nach kurzer Wartezeit saßen wir im mit Schülern vollbesetzten Zug in Richtung Obernhof. Zum Abschluss des Tages fuhren wir noch kurz zum Kloster, um in der Klosterkirche im linken Seitenschiff und im Klosterladen des Heiligen Orthodoxen Klosters Dionysios Trikkis & Stagon am Morgen noch nicht erhältlichen Stempel zu erhalten. Zu meiner Freude traf ich im Laden Schwester Louisa, mit der ich im Rahmen des Entwurfes des Pilgerstempels in Kontakt stand. Inzwischen ist sie die Imkerin des Klosters und kümmert sich derzeit um die Bienenvölker. Da ich Imkerhonig gegenüber Industriehonig immer bevorzuge, kaufte ich gleich noch ein Glas Frühtracht, dazu wanderte noch eine Flasche Holunderblütensirup in meinen Rucksack. Dazu gab es für Hans und mich noch leckeren selbstgebackenen Kuchen. Ich empfehle auf jeden Fall einen Besuch bei den Schwestern, sie sind sehr gastfreundlich und freuen sich über jeden Besuch. Im Oktober möchten wir gerne den eigentlich schon für 2020 vorgesehenen Pilgertag von Obernhof nach Dausenau durchführen. Der Start soll hier im Kloster sein und mit einer kurzen Andacht, gestaltet von den Schwestern, beginnen.

19.07.2021: 3. Tag Balduinstein - Obernhof (Teile 4. Etappe, 21 km)

Mit dem heutigen Abschnitt des Lahn-Camino haben Hans und ich auf einem der schönsten und zugleich anspruchsvollsten Teilstücke die Markierungen kontrolliert. Da das Ausbessern der Markierungen immer etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt, haben wir die 4. Etappe etwas beschnitten, damit wir vor der Dunkelheit noch nach Hause kommen. Aus diesem Grunde waren wir auch schon sehr früh auf den Beinen und parkten das Auto auf demselben Parkplatz in Obernhof wie in der vergangenen Woche. Mit dem Zug ging es dann noch eine Viertelstunde bis nach Balduinstein, wo heute unser Start sein sollte.

Bereits nach einem Abzweig und ein paar Schritten erreichten wir die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus. Direkt gegenüber befand sich an der Wand des Pfarrhauses ein amerikanischer Briefkasten, in dem der einzige Pilgerstempel für den heutigen Tag aufbewahrt wird. Beim Öffnen bemerkte ich aber auch, dass in der Box noch fünf Briefe lagen, die irgendwann im Mai abgestempelt und eigentlich für Schloss Schaumburg gedacht waren. Wahrscheinlich hat sich ein ortsfremder Briefzusteller von der Aufschrift der Box „Schloss Schaumburg - Balduinstein“ irritieren lassen und hinterlegte die Sendungen dort in gutem Gewissen (inzwischen habe ich die Bürgermeisterin von Balduinstein informiert, die sich der Sache annehmen wird). Auf Höhe der Burg Balduinstein begann dann auch schon unsere Arbeit. Ein Aufkleber war bereits stark zerfleddert, sodass wir kurz dahinter einen neuen platzierten. Ein paar Ecken weiter hat wohl ein Pilger unsere Markierung mit einem Holzkreuz verziert.

An der nächsten Abbiegung entdeckten wir an einem Baum die Überreste des Befestigungsmaterials für die Aluschilder, eine Art Dichtungsmaterial, das von den deutschen Wandervereinigungen zur baumschonenden Markierung empfohlen wird. Nägel verwenden wir bereits seit vielen Jahren nicht mehr, da sie die Bäume empfindlich schädigen. Zum Leid von Hans war der besagte Baum in eine Etage über dem Weg und es machte beinahe eine akrobatische Einlage erforderlich, um das neue Schild anzubringen. Danach umrundeten wir Schloss Schaumburg und liefen am Talhof vorbei, um weiter durch landwirtschaftliche genutzte Flächen zu laufen. Von hier aus hatten wir noch ein paar schöne Blicke zurück auf das Schloss und wurden von Rindern und Ziegen argwöhnisch betrachtet.

Unser Augenmerk lag nicht nur auf den aktuellen Markierungen, sondern auch auf den alten Zeichen, die wohl bei der Neumarkierung vor ein paar Jahren übersehen wurden und jetzt von uns entfernt wurden. Wir näherten uns nun den ersten tollen Ausblicken und wurden am Aussichtspunkt Gabelstein mit einer traumhaften Landschaft im Lahntal belohnt. Kurz vor Steinsberg hielten wir an einem mit bunten Bändern geschmückten Baumstamm inne. Hier können Vorbeigehende einen Zettel aus einer beiliegenden Box beschriften und ihn danach in einer der beiden Flaschen deponieren. Ein paar Wünsche standen auch schon auf den Bändern. Eine schöne Idee. Weiter ging es über einen Wiesenweg aufwärts nach Steinsberg - und da raschelte es richtig laut im Gras. Bei genauem Hinsehen entdeckten wir bald eine riesige Armee von Grashüpfern, die sich aber zumeist mit einem beherzten Sprung vor uns retteten. Im Dorf hatten wir noch ein kurzes Gespräch mit einem älteren Herrn und wir nutzen die Gelegenheit zu einer ersten Pause. Hans hatte selbstgemachten Apfelstrudel dabei - lecker!

Wir wollten aber nicht trödeln und machten uns bald wieder auf den Weg, der nun ins Rupbachtal führte. Nach einem kurzen Anstieg erreichten wir die K39, an der linker Hand ein fast vom hohen Gras verdecktes Schild auf eine in 250 Meter entfernte Bäckerei hinwies. Die Entfernung stimmte tatsächlich und wir kauften uns zwei Teilchen. Als Zugabe wurde uns cross gebackenes Kräuter-, Tomate und Knoblauchbrot als Kostprobe angeboten. Wer an dieser Stelle Hunger verspürt, sollte den kleinen Umweg ruhig auf sich nehmen. Und oh Wunder, wir trafen an dem Schild drei Wanderer, wir dachten schon, wir seien alleine im schönen Lahntal unterwegs.

Es folgten nun steile Passagen, die sich mit abwärtsführenden abwechselten. Schmunzeln musste ich über eine Tafel, die auf eingeschleppte Waldbewohner hinwies. Doch postwendend liefen wir an toten Baumstämmen vorbei, aus denen wieder Leben spross. Die Natur weiß schon, wie es geht. In der Nähe von Laurenburg waren wir wieder beinahe auf Höhe der Lahn, es ging parallel zum Fluss und der dazwischen liegenden Bahnlinie bis zur Häuserhofquelle, einem wohlschmeckenden Sauerbrunnen. Hier legten wir eine weitere Rast ein, denn es erwartete uns danach der beschwerliche, 700 m lange Aufstieg bis zur Klosterruine Brunnenburg. Aber auch der wurde bewältigt, etwas langsamer aber es ging. Belohnt wurden wir mit einer phantastischen Aussicht auf den Lahnbogen. Ab dem Zuweg zur Brunnenburg mussten wir noch ein wenig weiter durch einen Hohlweg aufsteigen bis zum Vierseenblick, dem höchsten Punkt des Tages.

Auch die verbleibenden Kilometer bis Obernhof sollten nicht einfach werden. Es ging ständig rauf und runter, an tollen Aussichtspunkten vorbei und durch schmale Bachtäler. Mehrfach mussten wir verschwundene Markierungen ersetzen. Eine davon fiel einer Baumfällung zum Opfer, zwei weitere wurden mutwillig entfernt. Schön, dass wenigsten an einer Stelle das Aluschild noch vom Gras verdeckt, aber von Hans gefunden wurde. So konnten wir es doch noch einmal verwenden. In der Summe mussten wir aber auf der langen Strecke mit neun Aluschildern und drei Aufklebern im Verhältnis zu den anderen Etappen recht wenig ersetzen, ergänzen oder ausbessern. Gegen 14:40 Uhr trudelten wir nach rund 6,5 Stunden wieder bei Auto in Obernhof ein und zeigten uns mit der heutigen Arbeit sehr zufrieden.