Camino Francés 2026 - Woche 4

    

  Datum Strecke Länge Gesamtlänge
22. 08.06.2026 Ponferrada - Villafranca del Bierzo 25 km  2348 km
23. 09.06.2026 Villafranca del Bierzo - La Laguna de Castilla 28 km  2376 km
24. 10.06.2026 La Laguna de Castilla - Triacastela 24 km 2400 km
25. 11.06.2026 Triacastela - Vileil 23 km  2423 km
26. 12.06.2026 Vileil - Gonzar 27 km  2450 km
27. 13.06.2026 Gonzar - O Coto 26 km 2476 km
28. 14.06.2026 O Coto - Calle 28 km  2504 km

 

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Ich sehe Schirme

08.06.2026: Ponferrada - Villafranca del Bierzo (25,1 km)

Der heutige Tag sollte nach der anstrengenden Tour von gestern etwas entspannter werden, zumindest, was das Streckenprofil angeht. In unserem Zimmer herrscht zur von uns gewünschten Zeit um 5:00 Uhr Aufbruchstimmung. Wir hatten zwei Pilger bei uns, die mit einer Schlafmaske im Bett lagen. Beide gaben dennoch gewaltige Schnarchgeräusche von sich. Kein Wunder, dass mein Schlafindex nur ausreichend lautet. Jörg macht sich in der Küche im Erdgeschoss aus den restlichen Haferflocken und dem Joghurtdrink von gestern Abend ein erstes Frühstück und wir unterhalten uns noch ein wenig mit einem Pilger aus Köln, den wir schon öfter gesehen haben. Um Punkt 6:00 Uhr wird das eiserne Rollo vor der Eingangstüre hochgezogen und wir können in den Tag starten.

Wie immer in einer größeren Stadt (Ponferrada inklusive der umliegenden Dörfer und Weiler zählt rund 65.000 Einwohner) dauert es etwas, bis wir die Stadt hinter uns gelassen haben. Wir laufen auf einer flachen Straße, um uns herum sind kleine Pilgergruppen und ein paar Einzelpersonen unterwegs. In Fuentesnuevas legen wir nach circa 8 Kilometern in der Bar La Ermita eine erste Pause ein. Es ist 7:35 Uhr und genau die richtige Zeit für ein Frühstück. Der weitere Weg führt uns danach überwiegend auf Wald- und Feldwegen durch die immer häufiger unseren Weg säumenden Weinberge. Es tut gut, endlich einmal von der Nähe der Straßen weg zu kommen und nur durch die Natur zu wandern.

Eine weitere Unterbrechung legen wir gegen 10:00 Uhr in Cacabelos Im Hostal Saint James Way ein. Da uns die nächste Unterkunft in Villafranco del Bierzo erst ab 14 Uhr empfangen will, bleiben wir hier eine ganze Stunde sitzen. Am Nebentisch sitzt unter anderem DJ Yann, der es heute schafft, uns seinen eigenen Pilgerstempel aufzudrücken. Er läuft den Camino mit Zehensocken und „Badelatschen“ mit ordentlicher Dämpfung. Wir wundern uns jedes Mal, wenn wir ihn sehen, aber diese Kombination scheint zu funktionieren.

Der bisherige Abschnitt heute war easy going, doch nun geht es beständig leicht aufwärts. Hinter Pieros verlassen wir uns blind auf die gelben Pfeile, anstatt an der Straße zu bleiben. Die Buen Camino-App hat dazu extra einen Hinweis im Angebot. Die staubige Alternative durch die Weinberge kostet uns einen zusätzlichen Kilometer, aber ist attraktiver als entlang der Straße. Letztendlich laufen wir an der Iglesia Santiago aus dem 12. Jahrhundert nach Villafranca del Bierzo ein. Durch eine sehr schmale Gasse, durch die sich neben Pilgern auch noch Autos zwängen, ist an deren Ende freier Blick auf Sonnenschirme mit Werbung für Estrella Galicia. Immer wenn wir solche Schirme sehen, kommt automatisch die Begierde auf eine Erfrischung auf. Auf der Plaza Mayor finden wir kurz nach 13:00 Uhr im Restaurante Sevilla ein Plätzchen zum Verweilen ein. Fast alle Plätze sind belegt - es sind überwiegend Menschen, denen wir schon begegnet sind. Nach einem Pilgergedeck (Bier und Cola) ziehen wir von dannen, um unser Zimmer zu beziehen. Heute kommen wir im Hostal Burbia unter. Beim Check In fällt auf, dass ich zwar ein Zimmer mit zwei Betten gebucht hatte, aber wohl nur für eine Person. Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen, es wird wohl stimmen. Das lösen wir aber durch die Nachzahlung in Höhe von acht Euro an der Rezeption.

Heute Nacht haben wir wieder einmal vier Wände für uns, keine anderen Pilger. Das ist vor allem für den morgigen Tag wichtig, da wir früh losziehen wollen. Wir brauchen dann keine Rücksicht auf andere zu nehmen und können uns in Ruhe auf den Tag vorbereiten. Es erwartet uns nämlich der anstrengendste Aufstieg auf dem gesamten Camino. Auf das Waschen der Kleidung verzichten wir heute, nur unsere verstaubten Socken und die Unterwäsche landen im Waschbecken. Schon nach kurzer Zeit schwimmen die Socken in einer braunen Brühe. Sie haben unterwegs trotz Verbot wieder Staub und Sand bis zum Abwinken eingesammelt. Auch ein zweites und drittes Waschwasser sieht nicht viel anders aus. Erst beim Ausspülen mit klarem Wasser ist kaum noch etwas von Schmutz in den Socken gefangen.

Gegen Abend ziehen wir noch einmal zur Plaza Mayor, um dort etwas zu essen. Auf dem Weg dahin werfen wir einen Blick in die Kirche des Colegiata de Santa Maria de Cluny aus dem 16. Jahrhundert. Die Plaza ist inzwischen mit Menschen überfüllt, aber wir finden erneut im Restaurante Sevilla ein Plätzchen und entscheiden uns für das angebotene Pilgermenü. Nach dem Essen füllt Jörg in einem kleinen Laden unsere Wasservorräte auf, danach geht es ins Bett. Gute Nacht!

   

 

 

 

Menschen auf dem Camino

09.06.2026: Villafranca del Bierzo - La Laguna de Castilla (26,7 km)

Überall wird die bevorstehende Etappen als die Konigsetappe bezeichnet. Grund dafür ist der heftige Anstieg auf den letzten fünf Kilometern. Doch dazu später. Wir wollten aufgrund des Höhenprofils etwas früher auf den Camino gehen, was wir auch fast geschafft haben. Immerhin stehen wir um 5:50 Uhr in der Dunkelheit auf der Straße vor unserer Unterkunft und gehen durch die beleuchtete Gasse. Über eine mittelalterliche Brücke über den Rio Burbia (Wieso halten diese Brücken eigentlich alle so lange?) verlassen wir Villafranca del Bierzo. Einen Pilgerstempel können wir in unserem Credencial allerdings nicht nachweisen, hoffentlich fällt das nächste Woche im Pilgerbüro in Santiago nicht auf. Vor uns läuft Schornstein oder Knickfuss, ein Asiate, der mit seinen viel zu weichen Schuhen vor allem mit rechts augenscheinlich schmerzhaft nach innen abknickt, nur mit einer Taschenlampe und einem Umhängebeutel ausgerüstet. Wir laufen auf oder neben der N-VI leicht aufwärts. Begleitet werden wir übrigens den ganzen Tag vom zu Beginn breiten, mit zunehmender Dauer schmaleren Rio Valcarce.

Eine erste Pause legen wir in der Bar Las Coronas in Pereje ein, wo es allerdings nur einen Kaffee und einen Snack gibt. Wir sind bis hierhin rund 5 Kilometer gelaufen. Inzwischen haben wir mit der Autobahn in Richtung La Coruña oder Madrid eine weitere ständige Begleitung gefunden. Mehrere Male unterqueren wir diese. Unsere zweite Pause legen wir nach vierzehn Kilometern in La Portela ein. Es ist gerade 9:15 Uhr, als wir in der Rock’n’Roll Pizza ein richtiges Frühstück einnehmen wollen. Direkt am Eingang sitzen drei französische Seniorinnen, die wir erstmals in der Herberge in Astorga getroffen haben. Ich grüße sie freundlich auf Französisch und werde gleich von der Bedienung in der selben Sprache gebeten, unsere Rucksäcke aufgrund der beengten Räumlichkeiten draußen abzustellen. So schnell wechselt man also die Staatsangehörigkeit. Die niederländische Chefin bemerkt aber schnell unsere eigentliche Herkunft und spricht Deutsch mit uns. Jörg ordert ein Stück Pizza und ich einen Toast, bestehend aus selbstgebackenem Brot, Butter und Marmelade. Für uns beide ist das ein starker, aber schmackhafter Kontrast zu Tortilla oder Boccadillo, die bisher unser standardmäßiges Frühstück waren.

Neben uns sitzt Volker aus Köln, mit dem wir uns etwas unterhalten. Ihn haben wir erstmals in Ponferrada getroffen. Draußen läuft gerade eine Schulklasse vorbei, dieses Bild werden wir in den nächsten Tagen wohl öfter zu Gesicht bekommen. Kurz darauf kommen zwei Schüler und ein Lehrer mit einem Stapel Pilgerausweisen herein, die jetzt alle gestempelt werden. Für uns wird es jetzt jedenfalls Zeit, weiterzukommen - neben uns der Rio Valcarce, unter uns die Straße, vor uns und hinter uns vereinzelt ein paar Pilger. Noch lässt sich der moderate Anstieg ertragen und ist kaum spürbar. Dennoch legen wir in Las Herrerías in der Bar Casa Lixa eine letzte Rast ein, bevor wir vor der Herausforderung des Tages stehen. Während wir vor unserem Getränk sitzen, werden vier Pferde aus dem Stall gebracht, die die gleiche Anzahl Pilgerinnen und Pilger zum Etappenziel bringen sollen. Es ist ein Schauspiel, wie unbeholfen die Pferde bestiegen werden. Nachdem sie von dannen gezogen sind, wird es auch für uns Zeit, aufzubrechen, denn der Wind bringt Kälte zu uns. Deshalb laufe ich auch weiter bis zum Ende mit meinem wärmenden Pulli.

Jörg und ich hatten uns schon im Vorfeld Gedanken über den folgenden Aufstieg gemacht. Auf fünf Kilometern überwinden wir einen Höhenunterschied von fast 600 Metern. Wir haben uns bereits gestern dafür entschieden, nicht den unebenen Weg für Fusspilger zu wählen, sondern den für die Fahrradfahrer. Auf der Straße hat man einen sichereren Tritt und muss nicht dauernd konzentriert auf den Boden schauen. Die Strecke ist zwar etwas länger, damit können wir aber sehr gut leben. Um 13:30 Uhr erreichen wir die Herberge La Escuela in La Laguna und bekommen beim CheckIn ein Angebot für ein Upgrade für ein eigenes Zimmer - natürlich gegen Aufpreis. Da hat jemand Geschäftssinn. Trotzdem belohnen wir uns für den heutigen Tag und sind froh über unsere Entscheidung. Die Unterkunft ist gut, unser Zimmer großzügig und wir treffen auch Pieter und Volker wieder.

Mit Volker sitzen wir nach dem Duschen und Wäscheaufhängen zusammen und erleben eine dieser Camino-Geschichte. Er hat vor ein paar Tagen eine besondere Trinkflasche vergessen und wollte zurückgehen, sie zu holen. Dabei begegnete er einem anderen Pilger, der die Flasche mitgenommen hatte. Und dieser Pilger, Guy aus New Orleans, saß heute vor unserer Herberge. Volker spendiert ihm ein Bier und bittet ihn an unseren Tisch. Es folgt eine tolle Unterhaltung mit dem 71-jährigen. Dann kommen Elke und Matthias aus dem Schwarzwald den Berg hinauf und nehmen Guy mit nach O Cebreiro.

Unterwegs ist uns mehrfach ein Geistlicher aufgefallen, der in seinem grauen Habit und mit Rucksack unterwegs ist. Beim Wäscheaufhängen beobachten wir, wie er mit einer Südafrikanerin einen Gottesdienst zelebriert. Er sitzt uns gegenüber allein an einem Tisch. Ich frage ihn, ob er sich zu uns setzen möchte. Das macht er dann auch nach seiner Mahlzeit. Bruder Joseph stammt aus den USA, lebt aber in Irland und ist Franziskaner. Auch mit ihm tauschen wir uns aus und erfahren einiges aus seinem ersten Leben. Nachdem er sich zurückzieht, wird unser Pilgermenü serviert, Caldo Gallego und Hühnchen mit Reis. Später erfahren wir, dass wir morgen wieder Marion und Uwe treffen werden. Das gemeinsame Abendessen ist damit gesichert und es gibt bestimmt einiges zu erzählen.

   

 

  

 

Ruckzuck in Galicien

10.06.2026: La Laguna de Castilla - Triacastela (23,5 km)

Ein eigenes Zimmer hat schon seine Vorteile, man wird nicht von anderen Pilgern gestört und hat einen guten Schlaf. Wir halten aber dennoch an unseren Gewohnheiten fest und stehen früh auf. Die Vorbereitung auf den Tag dauert eine gute Stunde: Toilette, Zähne putzen, Sonnenschutz auftragen, Füße mit Hirschtalg eincremen, Rucksack verpacken und Schuhe anziehen. Kurz nach 6:00 Uhr stehen wir vor der Herberge und müssen uns noch an die schummrige Umgebung gewöhnen. Vor uns sehen wir schon einige kleine helle Punkte, die sich am Horizont schräg aufwärts bewegen - Pilger mit Taschen- oder Stirnlampe. Wir bekommen das auch ohne Hilfsmittel hin. Es geht tatsächlich zunächst wieder aufwärts. Vor uns sehen wir zwei Leute, die gespannt Ausschau nach der aufgehenden Sonne halten. Auch Volker ist dabei und ruft uns einen guten Morgen zu. Nur wenige Schritte dahinter erreichen wir ein Monument mit den Wappen von Kastilien-León und Galicien. Wir stehen zum letzten Mal bei unserer Pilgerwanderung an einer Grenze zweier Regionen. Nur einen Schritt weiter und wir sind in Galicien - ein weiterer Meilenstein unserer Pilgerwanderung.

Und wieder dauert es nicht lange, bis wir dort in den ersten Ort einlaufen. O Cebreiro ist ein idyllischen Dörfchen mit seinen Natursteinhäusern. Sehenswert sind auch die runden Pallozas mit ihren Strohdächern. Da wir hier sehr früh eintreffen, sind nur ein paar wenige Pilger auf der Straße, die wie wir früh loslaufen. Den höchsten Punkt für heute haben wir aber noch nicht gesehen, es geht nun ständig auf und ab. Zunächst müssen wir über den Alto de San Roque (1279 m) mit seiner Pilgerfigur, vor der sich viele Pilger versammelt haben, um ein Foto zu machen. Die Uhr zeigt in Hospital da Condesa acht Kilometer. Genau nach unserer Vorstellung finden wir die Bar Méson O Tear vor, in der wir ein kleines Frühstück einnehmen. Wir sind nicht die einzigen, man kennt sich inzwischen. Danach geht es noch immer aufwärts. Hinter Padornelo taucht plötzlich eine richtig steile Wand vor uns auf, der letzte Anstieg zum 1335 hohen Alto de Poio. Es ist immer noch kalt und hier oben weht ein noch kühlerer Wind.

Wir kommen gut voran, sind schon bald in Fronfría, wo wir eigentlich ein weiteres Päuschen einlegen wollen. Wir müssen allerdings bis zum letzten Haus im Dorf gehen, bis die Casa de Lucas sichtbar wird. Neben einer Herberge und einem Bauernhof gibt es aber auch nicht viel. Erst als wir wieder weitergehen wollen, wird es interessant. Gegenüber der Bar steht ein Monolith, wie er früher zur Markierung des Caminos verwendet wurde. Den schaue ich mir aus der Nähe an und muss gleichzeitig sehen, wie Jörg von einer kleinen Gruppe von Rindern auf die Seite gedrängt wird.

Es geht nun ständig abwärts, wir verlieren heute etwas über 900 Höhenmeter. Zum Glück passiert das überwiegend sanft und gelenkschonend. Wir haben um 11:40 Uhr in Fillobal bereits zwanzig Kilometer auf dem Tacho und passieren eine weitere Bar, deren Aussenbereich sehr einladend wirkt. Wir haben Zeit, kehren in der Bae O Solpor ein und werden sogleich von DJ Yann und seinem Begleiter begrüßt. Die beiden nehmen anscheinend jede Pausenmöglichkeit mit. Na ja, machen wir ja inzwischen auch. Der Rucksack von Yann ist sehr klein, und auf Nachfrage gibt er das Gewicht mit 4,5 Kilogramm an. Respekt. Erst als alle Stühle nicht mehr besetzt sind, machen wir uns auch wieder auf den Weg. Einige Pilger sind uns bisher noch nicht begegnet und es werden anscheinend auch mehr davon.

Wir verlieren durch schattige Hohlwege weiterhin an Höhe. Eine Menschentraube versammelt sich in Ramil. Dort ist eine 800 Jahre alte Kastanie zu bewundern, die einen sehr interessanten Wuchs und einen Stammesumfang von acht Metern vorzuweisen hat. Nun sind es nur noch ein paar Minuten bis zu unserer Unterkunft Complexo Xacobeo mitten in Triacastela, einem kleinen Ort mit gerade einmal 600 Einwohnern. Als ich mir die Socken ausziehe, merke ich, dass die Blase am linken Fuß dem Druck beim Bergablaufen nicht gewachsen war und aufgegangen ist. Ich werde sie jetzt erstmal trocken legen und anschließend mit einem Pflaster schützen. Den Abend verbringen wir beim Essen mit Vino Tinto mit Marion und Uwe, die wir nach ein paar Tagen hier wieder getroffen haben.

   

 

  

 

Die Ruhe vor dem Sturm oder wenn aus der Abkürzung ein Umweg wird

11.06.2026: Triacastela - Vilei (23,1 km)

Es war eine unruhige Nacht, die weichen Matratzen machten bei jeder Bewegung ein lautes Geräusch. Wir sind natürlich wie immer um 5:00 Uhr wach. Auf dem Flur sind ein paar Italiener schon eifrig dabei, eine große Pfütze mit Toilettenpapier vom Boden zu entfernen. Ich schnappe mir meinen Rucksack und gehe in den Küchenbereich im Erdgeschoß, um mich auf den Tag vorzubereiten. Es dauert nicht lange, bis die italienische Gruppe mit Verstärkung dort ebenfalls auftaucht und sich lautstark unterhält. Sie sind nicht in der Lage, sich in einer angemessenen Lautstärke zu unterhalten. Schade, von Pilgern hätte ich mehr Rücksicht erwartet.

Um kurz vor 6:00 Uhr stehen wir mit langen Ärmeln auf der Straße und starten in den nächsten Pilgertag. Es sind gerade zwei Kilometer vergangen, da prüft Jörg noch einmal den Inhalt seines Rucksackes und stellt fest, dass er seinen Kulturbeutel in der Herberge vergessen hat. Option 1: zurück gehen, das sind vier Kilometer zusätzlich. Option 2: Mist, ist so und weiter, im nächsten Supermarkt Deo, Zahnbürste und -pasta nachkaufen. Jörg zieht Option 2!

Danach wird es interessant. Es geht wieder bergauf, ganze 200 Höhenmeter auf einem kurzen, überschaubaren Abschnitt. Wir sind wieder so hoch, dass wir vereinzelte Wolken im Tal verweilen sehen. Es geht weiter aufwärts und die Sonne hat gar keine Chance, diese Wolkendecke zu durchbrechen und uns aufzuwärmen. Eigentlich ist das tägliche Frühstück längst überfällig, es ist schon 8:00 Uhr. Da tut sich in Furela eine Möglichkeit auf. Links vom Weg befindet sich die Casa de Franco und scheint geöffnet zu sein. Es gibt dort leckeren Café con leche und ein genauso leckeres Boccadillo mit Schinken und Käse.

Allmählich kommt die Sonne durch die Wolken, muss aber immer wieder etwas zurückstecken und von vorne beginnen. Wir wandern durch Wald, zahllose Vögel bieten uns ein frühes Konzert und vor Sarria schafft die Sonne es tatsächlich, den Kampf gegen die Wolken zu gewinnen. Um 10:45 Uhr treffen wir in Sarria ein. Ab hier sind es noch rund 110 Kilometer bis Santiago. Viele Pilger nutzen das aus und beginnen hier ihre Pilgerwanderung. Mit dieser Distanz können sie die Compostela in Santiago erhalten. Es könnte also sein, dass es ab sofort etwas voller auf dem Camino wird. Das werden wir in den kommenden Tagen erfahren.

In einem kleinen Shop deckt sich Jörg mit den fehlenden Hygieneartikeln ein, bevor wir im Méon d O Tapas eine zweite Pause einlegen. Eigentlich ist es nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft. Ab Sarria gibt es die Option, eine kürzere Strecke zu wählen, die allerdings eine weitere ordentliche Steigung beinhaltet. Das ist genau unser Ding. Als der Kilometerstand auf meiner Uhr nicht mehr weit von der vorgesehenen Streckenlänge entfernt ist, werde ich misstrauisch. Und tatsächlich, wir sind deutlich nördlicher von unserem Ziel als gedacht. Die Abkürzung erweist sich als Fehler. Zu unserem Glück zweigt eine Straße nach links zum eigentlichen Ziel ab. Zunächst landen wir aber in Vilar, einem kleinen Weiler mit drei Häusern, zwei ausgewachsenen Bullen, drei bellenden Hunden und einer hilfsbereiten Frau. Mit deren Hilfe landen wir auf einem Feldweg, die nachfolgende Straße bringt uns direkt vor unsere Herberge, die Casa Barbadelo. Statt 1,5 Kilometer kürzer wird es halt 1,5 Kilometer länger. Um 12:45 Uhr sind wir da, Einlass ist aber erst in einer Dreiviertelstunde.

Die Wartezeit vergeht rasch und wir freuen uns über unser großzügiges Zimmer, in dem maximal sechs Personen Platz finden. Wir beeilen uns mit dem Duschen, denn bald treffen Marion und Uwe hier im Vorbeigehen zu ihrer rund 600 Meter entfernten Unterkunft ein. Bei einem Kaltgetränk tauschen wir uns noch ein wenig aus. Wir vier sind gespannt, wann wir uns wieder sehen werden - spätestens in Santiago. Die beiden sind die einzigen, die wir am ersten Tag in der Herberge in Uterga kennengelernt haben und die wir heute immer noch und gerne treffen. Außerdem sind noch vier junge Frauen hier, die bestimmt noch nicht lange auf dem Camino unterwegs sind. Ihre Schuhe sehen jedenfalls nicht nach 600 Kilometern Staub aus.

   

 

 

 

Fünfmal über den Rio Miño

12.06.2026: Vileil - Gonzar (26,8 km)

Ich sitze vor unserem Zimmer auf einer Bank, bin vorbereitet für den Tag und warte auf Jörg. Es ist viertel vor sechs und der Himmel am Horizont beginnt, allmählich rötlich-orangene Farbtöne anzunehmen. Direkt vor mir ist der abnehmende Mond zu sehen und auf einmal rast mit hoher Geschwindigkeit ein greller Lichtpunkt darunter vorbei. Das ist aber ein schnelles Flugzeug, war mein erster Gedanke. Aber dann erkenne ich, dass der Lichtpunkt in kleine Stücke zerfällt und dann plötzlich erlischt. Was war das? Ein Meteor mit Schweif? Weltraumschrott, der in der Atmosphäre verglüht? Wer weiß, es war jedenfalls schön anzusehen. Wir laufen jedenfalls wieder pünktlich los und in die Dämmerung hinein. Es geht zunächst über eine wenig befahrene Straße, die übersät ist mit den Exkrementen der Rinder, die hier von einer Weide zur anderen getrieben werden. Es riecht jedenfalls nach „frischer Landluft“, nach Freiheit und Abenteuer. Im Wechsel durchlaufen wir auch Wälder und holen unseren ersten Stempel für heute aus einem Kasten vor einer noch geschlossenen Bar in Peruscallo.

Gegen 8:00 Uhr legen wir in Morgade unsere Frühstückspause ein - es ist die erste geöffnete Bar. Die haben auch Marion und Uwe aufgesucht, die uns hier mit ihrer Anwesenheit überraschen. Eigentlich war ihr Plan, wie wir bis Gonzar zu gehen, aber sie haben noch keine Antwort auf ihre Anfrage für eine Unterkunft erhalten. Weiter geht auf dem Camino und die Zahlen auf den Monolithen werden immer kleiner. Das bedeutet auch, dass sich die Pilgerreise allmählich dem Ende zuneigt. Daran wollen wir in diesem Moment gar nicht denken. In A Peña treffen wir auf einen sehr wichtigen Monolithen, denn darauf ist die Zahl 100 eingeprägt. Nur noch 100 Kilometer bis Santiago de Compostela. Ich habe mal nachgeschaut, seit meinem ersten Schritt auf einem Jakobsweg am 08.10.2008 bin ich bis hierher rund 2400 Kilometer gelaufen.

Wir laufen weiter, fressen Kilometer und kommen gut voran. Allerdings ist das Tempo inzwischen etwas langsamer geworden. Es liegt sicherlich nicht am Höhenprofil. Ich denke einfach mal, dass man sich noch nicht so richtig damit anfreunden kann, dass in ein paar Tagen alles vorbei ist. Gedankenverloren ziehen wir weiter, bis wir in Vilachá die geöffnete Bar Los Andantes finden, die mit gemütlichen Sitzmöglichkeiten im Innenhof zum Verweilen einlädt. 16,5 Kilometer stehen auf dem Tacho - Zeit für Pause Nummer 2. Es ist jetzt nicht mehr weit bis Portomarín. Zunächst geht es steil abwärts über Naturstufen im Fels, die sehr ungleichmäßig angeordnet sind. Am Ende sind wir am Ufer des aufgestauten Rio Miño, den ich hier in Portomarín bereits an der dritten Stelle überquere. Der Fluss bildet weiter westlich die Grenze zwischen Portugal und Spanien. Schon je zweimal bin ich von Caminha per Boot übergesetzt bzw. zu Fuß über die Ponte de Europa von Valença nach Tui gelaufen. Bevor wir die Brücke überqueren, wird die davor angebrachte Freiheitsglocke geläutet. Der Fluss selbst muss ein Paradies für Angler sein, denn es sind von der Brücke viele Fische in allen Größen zu sehen. Das „alte“ Portomarín verschwand in den 1950er/1960er-Jahre mit dem Bau des Belesar-Staudamms. Nur wenige historische Gebäude wurden gerettet, Stein für Stein abgetragen und im „neuen“ Ortszentrum wieder aufgebaut.

Während wir uns ein Eis kaufen - die Anzeige einer Apotheke zeigt inzwischen 25 Grad - bekomme ich von Uwe die Nachricht, dass die Unterkunft in Gonzar completo ist und die beiden in Portomarín bleiben würden. Jörg und ich wählen eine alternative Route, die tatsächlich etwas kürzer ist als die Hauptroute, uns auch nach Gonzar bringt und etwas schattiger sein soll. Es geht auf weichem Waldboden aufwärts und auf dem Boden liegende Blätter verraten, dass am Wegesrand erste Eukalyptusbäume stehen. Für uns verwunderlich ist, dass wir immer noch sehr wenige andere Pilger um uns herum haben. Das ist uns aber auch so völlig ausreichend. Schließlich erreichen wir die Hosteria de Gonzar gegen 13:35 Uhr, müssen aber wieder einmal warten, bis wir aufgenommen werden.

Beim CheckIn gibt es ein erstes Problem, das aber schnell gelöst wird. Auf der Liste steht nur mein Name, aber mit der Mail kann ich nachweisen, dass ich ein Doppelzimmer reserviert hatte. Das klappt dann auch und das ist auch gut so. Wir müssen auf niemanden Rücksicht nehmen. Nach dem Duschen wird gewaschen - heute mal im Waschbecken. Da wir beide sehr hungrig sind, wollen wir zumindest eine Kleinigkeit essen, Maccaroni und eine Schinkenplatte mit Käse. Dabei stürmt die quirlige Henrietha aus Südafrika mit zwei älteren Pilgern herein. Wir haben uns schon öfter in Herbergen und auf Camino gesehen und ein wenig unterhalten. Sie ist den beiden ein wenig behilflich und zieht ihren fahrbaren Rucksack für sie den Berg hinauf. Nach dem Snack ruhen wir uns etwa aus bevor es am Abend noch ein Pilgermenü gibt.

   

 

 

 

Pilgerbräune versus Pilgerdreck

13.06.2026: Gonzar - O Coto (25,8 km)

Es ist einfach schön, morgens entspannt seine Siebensachen zu packen, Sonnencreme und Hirschtalg aufzutragen, ohne von anderen Menschen dabei gestört zu werden oder andere selbst zu stören. Kurzum: 6:00 Uhr Abmarsch, wie immer. Draußen ist es heute im Vergleich zu den letzten Tag richtig warm. Allerdings wechselt die gefühlte Temperatur des leichten Windes alle paar Schritte zwischen angenehm kühl und trockenem warm. Zudem geht es zu Beginn des Tages bergauf, rund 200 Höhenmeter sind zu überwinden. Mal laufen wir wieder entlang einer Straße, mal durch Dörfer und Wald. Auf einer Anhöhe hat man einen schönen Weitblick nach Osten, wo sich allmählich die Sonne an den Himmel heranpirscht.

Wir ziehen weiter, wollen heute der angekündigten Hitze entfliehen, ohne das Tempo extrem zu erhöhen. Im 7:45 Uhr ist es Zeit für das Frühstück, das wir in der Bar Trisquel in A Previsa einnehmen, das nur aus einem Anwesen und eben dieser Bar besteht. Mehr als dreißig Minuten geben wir uns dafür nicht. Danach geht es ständig rauf und runter, um uns herum sind so gut wie keine anderen Pilger zu sehen. Damit hätten wir jetzt nicht gerechnet, gerade auf den letzten 100 Kilometern nicht. Aber uns ist das so recht, wie es ist. In Palas de Rei hoffen wir auf eine geöffnete Bar, denn es steht weitere kurze Pause an. Die Igrexa San Tirso ist geöffnet und lädt zu Pilgerstempel und Kerze ein. Nach einer Möglichkeit, etwas für den Flüssigkeitshaushalt zu tun, suchen wir vergebens. Dann ziehen wir eben weiter, hinter fünf Jugendlichen her.

Erst nach fast 21 Kilometern werden wir belohnt. Gegen 11:00 Uhr sind wir schon richtig weit gekommen und finden in San Xulián do Camiño eine schattige Sitzmöglichkeit und lassen uns in der dortigen Heberge zwei große Radler plus Kuchen schmecken. Wahrscheinlich war das genauso gewollt, denn kurz darauf erscheint Henrietha, die Südafrikanerin. Sie setzt sich zu uns und wir haben eine tolle Unterhaltung. Die Pause dauert somit deutlich länger als gedacht, aber das spielt heute keine große Rolle. Wir haben Zeit, es ist noch ungefähr eine Stunde zu gehen und unsere Unterkunft öffnet erst um 14:30 Uhr.

Der Camino führt uns jetzt bei steigenden Temperaturen öfters durch Hohlwege auf- und abwärts, die aber zum Glück viel Schatten spenden. In Casanova passieren wir die öffentliche Herberge, vor der es sich eine größere Schülergruppe auf den eigenen Rucksäcken bequem gemacht hat. Sie warten auf die Öffnung des Hauses. Da die Kapazität nur vierzehn Betten umfasst, dürften weitere Pilger Schwierigkeiten haben, hier noch ein Bett zu bekommen. Gegen 13:00 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft Casa Somoza in O Coto, viel zu früh. Nicht zu früh für ein Getränk und einen tropischen Salat im angeschlossenen Restaurant. Kurz darauf gesellt sich noch Henrietha zu uns, zieht dann aber weiter. Sie möchte gerne am Montag in Santiago ankommen. Wir dürfen dann doch etwas früher in unser Zimmer, das eigentlich gar nicht unser Zimmer ist. Da das Haus heute nicht ausgebucht ist, bekommen wir anstatt dem wärmeren Raum im Dachgeschoss eins im Erdgeschoss zum gleichen Preis.

Dann wird es Zeit, dass wir uns frisch machen. Die Waden oberhalb der Socken und Schuhe sind mit einer dunklen Staubschicht bedeckt. Man kann gar nicht unterscheiden, was ist Dreck und was ist Bräune. Erst unter der Dusche erkennt man den Unterschied, wenn der Dreck sich langsam von der Haut löst und davonschwimmt und eine angenehme Bräune zum Vorschein kommt.

Heute wird es kein Pilgermenü geben (mal davon abgesehen, dass gar keins angeboten wird). Wir beginnen heute mit dem Pilgerritual, das unterwegs auf einem großen Transparent beworben wurde. Der erste Step ist das Verzehren einer Portion Pulpo in Melide, das wir allerdings erst morgen erreichen werden. Da aber O Coto zur Gemeinde Melide gehört, wäre diese Bedingung erfüllt.

   

 

 

 

Pulpo, Empanada y Baño

14.06.2026: O Coto - O Calle (28,1 km)

Gestern Abend gab es noch ein kurzes Gewitter mit etwas Niederschlag, das uns aber weniger gestört hat. Dafür ist die Luft heute Morgen frisch, obwohl es schon recht warm ist. Wir sind wiederum früh auf den Beinen und bleiben unserer Tradition treu, den frühen Vogel zu finden. Der ist auch schon da, und zwar zahlreich. Begrüßt werden wir mit einem netten Konzert in der Morgendämmerung. Ansonsten sind wir ziemlich alleine auf dem Camino, keine andere Pilgerseele ist zu sehen. Bald erreichen wir Melide, wo auch nur wenige Menschen so früh anzutreffen sind. Nur ein paar Jugendliche scheint die Nacht übrig gelassen zu haben.

Die Kilometrierung des Camino Frances ist in der jüngeren Vergangenheit verändert worden, deshalb stimmen frühere Entfernungsangaben nicht mehr überein. Bestes Beispiel: an der Igrexa Santa Maria de Melide waren es vor acht Jahren bei meinem Camiño Primitivo noch 50 Kilometer. Dort gibt es immer noch einen Souvenirladen mit Namen Km50, wo man einen entsprechenden Stempel bekommt - leider sonntags geschlossen. Unser Weg führt uns jetzt durch Eukalyptuswälder. Die Bäume stehen dort in Reih und Glied wie mit dem Lineal gezogen. Je nachdem, wie der Wind steht, zieht einem ein leichter Duft Eukalyptus in die Nase. Hinter einem Bach, den man über große Steinplatten überquert, befindet sich nun Kilometer 50, allerdings ohne besondere Markierung.

Ein anderes Problem stellt sich aber: bisher konnten wir keine offene Bar für ein Frühstück finden. Das glückt uns erst nach 12 Kilometern in Boente um 8:45 Uhr mit der Bar Fuente Saleta. Hier sind auch wesentlich mehr Pilger unterwegs. Nach einem riesigen Boccadillo und einer ausgiebigen Pause von einer Dreiviertelstunde geht es weiter. Straße und Waldwege, Sonne und Schatten wechseln sich ab. Bereits eine gute Stunde später wird die nächste Rast fällig. Ziel ist die Bar Manue in Ribadiso. Hier ist zweite Station des Pilgerrituals, hier gibt es die hausgemachte Empanada mit Thunfischfüllung. Und nur wenige Schritte weiter steht Teil 3 an: das Bad im Rio Iso, einem kleinen Bach an einer Brücke. Für unsere Füsse ist das eine willkommene Abwechslung und Erholung. Nach dem Bad im kühlen Wasser passen sie nämlich wieder besser in die Schuhe rein.

Der Wegverlauf ist abwechslungsreich, mal rauf und mal wieder runter. Höhenmeter werden heute wieder ordentlich eingesammelt. Wir erreichen mit Arzúa wieder eine größere Stadt und überall sieht man Pilgerscharen. Vor der öffentlichen Herberge sitzen einige mit ihren Rucksäcken und warten auf die Öffnung, das wird aber noch eine Weile dauern. Inzwischen fallen vereinzelt ein paar Tropfen vom Himmel, der etwas dunkler geworden ist. Außerdem ist es leicht schwül geworden.

Hinter Arzúa sind wir wieder ziemlich alleine in den Eukalyptuswäldern unterwegs. Immer wieder ärgern uns die kurzen und knackigen Anstiege. In der Zwischenzeit haben wir 25 Kilometer hinter uns, als wir mitten im Wald eine weitere Bar ansteuern. Hier in Taberna Vella wollten wir eigentlich übernachten, aber meine Anfrage vor vielen Wochen blieb leider unbeantwortet. Jedenfalls schaffen wir das verbleibende Wegstück ohne Probleme und stehen um 14:00 Uhr vor unserer Unterkunft Pension Mirador de Rouris in Calle. Wir haben heute erneut ein Zimmer für uns alleine. Was wir nicht haben, ist ein Abendessen. Die Möglichkeiten sind hier sehr überschaubar. Eine Herberge, in der man normalerweise etwas zu essen bekommen kann, ist geschlossen und eine weitere Unterkunft kümmert sich wohl nur um die eigenen Gäste. Ist halt so. Ein Automat in unserem Haus liefert jedenfalls Getränke und kleine Snacks. Dann suchen wir morgen schnellstmöglich eine Bar für ein üppiges Frühstück auf. Ach ja, nebenbei vertreiben wir uns den Abend mit dem ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM.

   

 

 

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